In der Provinz essen Frauen Torte

Auf dem Bild esse ich übrigens Pommes, nix Torte. Und trage den Jumpsuit OASE von FORMAT BERLIN *Achtung *Werbung *FürPommes *Volllecker

#schreibenalswaffe #derkampfgehtweiter #notme #fürmichkeinetortebitte

Inhaltlich bin ich Feministin. Weil es ja dumm wäre, die nicht zu sein. Ich bin ja eine Frau. Und als solche egoistisch genug, um auch mal einen meiner Männer (ich hab ja drei, zwei davon auch noch selbst gemacht) zum Spülmaschine ausräumen zu verdonnern. Und Gehaltserhöhungen „von wegen Gendergap“ nehme ich natürlich auch sehr gerne an. Tatsächlich lebe ich sehr gleichberechtigt, nur dass mein Mann meistens mehr verdient und ich nebenher den Haushalt schmeisse. Was mich ganz schön anstrengt, weil ich auch viel arbeite. Aber er arbeitet eben meistens noch ein bisschen doller, wofür er gar nichts kann.

Er ist halt nur ein MÄNNLICHER Kollege und bekommt als solcher für seine Auftritte mehr Geld und ausserdem gibt es viel mehr Rollen für sein Fach: Männlicher Darsteller ab 40. Laut der hinlänglich bekannten Furtwängler Studie teilen wir uns die Auftritte auf dem Filmmarkt im Verhältnis 1:3. Das Theater hat leider keine Maria Furtwängler, da herrschen ja noch ganz andere Despoten, ich schätze mal da liegt die Quote so bei 1:6. (Bitte korrigieren, falls es eine(r) besser weiss). Dann war da noch die Babypause, in der ich meine Gage nicht nach oben handeln konnte, nicht zu sehen war und schon stand ich alleine vor der vollen Spülmaschine rum. Prost Mahlzeit. Ja, so war es.

So weit mein ehrliches Bekenntnis. Für alle, denen es ähnlich ergeht wie mir und die sich auch kaum trauen, darüber mal offen zu sprechen. Klingt nämlich nicht so cool, wie wir alle gerne wären. Oder wie wir denken dass wir’s sind, bevor wir Eltern werden. Meinem Mann werfe ich das übrigens nicht vor. Ich war es, die zu ihm gesagt hat: „Bitte mach du  den Job, ich will die Kohle“. Von meiner Pippigage wollte ich auch nicht leben müssen. Und meine wunderbaren Söhne, die größte Freude meines Lebens, trifft nun wirklich keine Schuld, im Gegenteil, die Kinder kommen in der ganzen Diskussion auch viel zu kurz. Kann ja nicht darum gehen, die möglichst schnell wieder abzugeben, kaum dass man sie bekommen hat.

Das Ganze ist halt Work in Progress. Unsere Mütter haben diese ganzen Gedanken formuliert, wir müssen die jetzt realisieren. Nicht immer einfach. Aber wichtig. Ich will das Meine dazu tun und berichte deshalb hier auf meiner unregelmäßigen Kolumne über meine Welt. Und die der Anderen. Die Welt der Frauen, die ich auf meinen Reisen (die meisten davon beruflich, immerhin, ich freu mich drüber) zu sehen bekomme.

Zuletzt in BADEN BADEN. In Baden Baden, dieser Stadt mit dem etwas lächerlichen Doppelnamen wie ich finde, hatte ich unlängst meinen ersten Tatort Auftritt. (Yuhuu, endlich TATORT, bald hab ich ’ne richtig seriöse Schauspielerinnen Vita). Leider hab ich von dort, aus der Kurstadt Baden Baden,  einen eher deprimierenden Eindruck vom Stand der Dinge heim gebracht. Da steht’s nicht gut um unsere Sache, Ladys.

Vielleicht hatte es speziell mit dem CAFE zu tun, in dem ich morgens einen Kaffee trank, vielleicht war ich auch zu kurz in dieser Stadt, um die Orte zu finden, wo es anders ist, so wie in Berlin, in Hamburg oder wenigstend wie in Düsseldorf, aber es gab nicht so viel Auswahl, dort, in Baden Baden und die Rezeptionistin im Hotel war sich sehr sicher: „Es ist das beste Cafe der Stadt, ein Hotspot hier in Baden Baden“.

Und so bin ich dort gelandet. Man hätte einen Videoclip zu einem Song von Lana del Ray dort drehen können. Alles war irgendwie retro und auf geheimnissvolle Weise viel zu langsam:

Frühling 2018, Dienstag, 09:30 im Cafe König, Baden-Baden:

„Hinter der Theke und zwischen den Tischen wird im Drei-Viertel Takt Kaffe und Kuchen ausgetragen. Die Theke ist beleuchtet, das ausschliesslich weibliche Personal trägt braune Kittelschürze. Im Cafe herrscht gedimmte Dunkelheit. Viele Frauen sitzen allein, aber auch die, die zu zweit sitzen, haben sich nicht viel zu sagen. Sie schlagen nur die Zeit tot, hier. Sind Darsteller, ach was, Statisten bei dem Requiem, dass sie dort alle gemeinsam aufführen. Ohne es zu wissen. Und dabei sitzen nicht nur Omas rum, im Cafe König, ich sehe auch zwei junge Muttis mit schlafendem Kind im Kinderwagen, Frauen im besten Alter (also meinem) und gepflegte, ältere Damen. Eine Frauenwelt, die gar keine ist. Eine Fluchtinsel. Unfreiwillig. Alle essen ein bisschen zu viel Kuchen. Große Tortenstücke werden vorbei getragen. Die können die Teilhabe am Leben auch nicht ersetzen. Eine einzige Frau, ich schätze sie auf Mitte Siebzig, sie ist mit ihrem Mann gekommen, erkennt die Falle. Nachdem sie umständlich erst sich selbst und dann auch noch den gehbehinderten Mann entkleidet hat, liest sie ihm die Speisekarte vor und ergreift dann die Flucht. „Es ist immer das selbe! Geflügelleber und Blumenkohl“ ruft sie. „Ich will auch mal was anderes!“. Und ich kann sie so gut verstehen.

Natürlich ist hier Kleinstadt, ist Provinz, so eine Situation ist mir in Düsseldorf nocht nicht untergekommen, meine ich, aber hey: Es ist immerhin Deutschland, diese Frauen leben im gleichen Land wie ich, wir sind den selben Gesetzen unterworfen, die gleiche dicke und scheinbar so freundliche Kanzlerin gewinnt (inzwischen muss man sagen: hoffentlich) auch noch die nächste Wahl, warum sitzen hier, im Jahr 2018 immer noch diese ausrangierten Frauen rum?

Ich lass das mal so stehen. Als appellierende Frage. Gibt’s das? Appellierende Fragen? Ja! Auf maryreiliblog. Da gibt’s so was. Schreiben als Waffe ist natürlich heutzutage, wo keiner mehr liest, niedlicher denn je, aber, was soll’s. Ich kämpfe weiter! Und teile meine Storys. Mit Euch. Hier auf dem BLOG. Ihr könnt mich, wie immer, dabei unterstützen, indem ihr teilt, liked und kommentiert. Das Bild zu diesem Artikel ist übrigens Teil der (bundesweiten, haha) Unterstützung. Die Unterstützerin in diesem Fall ist die Ladenbesitzerin von roberta, dem Organic Fashion Store in Düsseldorf. Die hat mich eingeladen, ihren Jumpsuit OASE von „Format Berlin“ zu präsentieren. Ich finde, ein würdiges und super schickes Kleidungsstück für alle arbeitenden Frauen. Wobei ich Spülmaschine ausräumen ganz klar als Arbeit werte. Damit fängt es an!

Wer sich für den Anzug und ähnlich schöne Sachen interessiert: HIER könnt ihr den online shoppen. Ihr Laden (analog jetzt) gehört ganz klar zu meinen Düsseldorf-Empfehlungen. Da gibt es Mode für die ganze Familie. Mann, Frau und Kind. Total schlau, fair und gleichberechtigt. Danke für die Kooperation! (*Achtung! *Werbung).

P.S. Dieses WE lohnt sich der Besuch besonders, in Pempelfort ist Perlfischwochenende . (*Hinweis für meine Düsseldorfer *Freunde/*Leser). Also, habt es gut, liebe Leute! Ach was, habt’s besser. Als die Baden Badener Tortenschnittchen. Das wünsch ich euch und mir! XX Mary Reili

 

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