RVOLT. Oder warum wir uns von Greta T. nicht ablenken lassen sollten.

Pullover: & other stories. Wald: Grafenberg bei Düsseldorf Credit: Dirk Ossig

Also: WOW. Es ist ja wohl so was von kompliziert, was da wiedermal in den Sozialen Netzwerken abgeht. Es ist ein Phänomen: Greta Thunberg hat was los getreten, von dem sie (hoffentlich) keine Ahnung hat. Alle sprechen über sie, sind entweder pro oder kontra (ja, es muss auch ein Kontra geben, meine Güte, wer will in einer Welt ohne Pro & Kontra leben?) und schlagen aufeinander ein.

Nur virtuell zum Glück, aber anyway, es ist nicht schön anzusehen. Sie führen einander vor, bashen, und entfreunden sich. Shitstorms ziehen durch das Netz. Es müffelt. Das ganze Facebook stinkt inzwischen. Das Schlimmste ist: Entfreundung. Entfreundung ist die ultimative Strafandrohung: Du hast den falschen Artikel gelikt, du hast was fragwürdiges gepostet, du bist RAUS! (Oder runter, weg, wo auch immer hin). Was soll das BRINGEN, bitteschön?!

Es ist doch schwer genug, sich überhaupt eine Meinung zu bilden.

Eine gute, eine, hinter der man länger stehen kann, als bis zum nächsten Artikel über Greta Thunberg den man liest und der dann auch wieder irgendeinen Aspekt enthüllt, den man bisher noch nicht bedacht hatte und der wieder ein ganz neues Licht auf die Thunberg-Sache zu werfen scheint. Wobei es natürlich keine Thunberg-Sache ist, es ist natürlich unser aller Ding.

Ich weiss nicht, ob es am Ende des Tages Profiteure am Klimawandel gibt,

vermutlich aber wird es wie immer laufen: Es wird einige, sehr gewiefte, mit dem nötigen Kapital ausgestatte Homo Sapiens geben, die schlagen für sich Kapital daraus. Bauen Klimaresistente Trutzburgen, gewinnen Energie aus Tornados, entwerfen schwimmende Städte, gründen eine Hotelkette auf dem Mars, bilden eine neue Spezies, ach, ich hab doch keine Ahnung was die tun, ich werde nicht dazu gehören, meine Kinder vermutlich auch nicht, und so lange bleibt es UNSER Ding.

WIR müssen etwas tun, aber schon da wird die Erkenntnis (meine zumindest) schwammig.

Wer genau sind WIR? Wer gehört dazu, von WEM kann man in dieser (guten) Sache WAS erwarten? Und ist das, was man dann tut auch wirklich hilfreich für die gute Sache?

Ich fange mal mit einem persönlichen Beispiel an:

Ich hatte euch ja meinen Urlaub in Deutschland angepriesen. Als CO2 Spar-Maßnahme. Und meine Begegnung mit der (deutschen) Natur geschildert – der Fremden, die schon lange hier zu Hause ist, länger als wir alle, auch wenn man es, als dauerbeschäftiger Stadtmensch kaum noch merkt.

Nun, zum Leben auf dem Land habe ich inzwischen so viel raus gekriegt:

Es ist ökologisch eher nicht so gut. Besser ist auf jeden Fall das Leben in der Stadt. Am effizentesten ist das Leben in einer modernen Großstadt wie z. B. New York. Weil dort sehr viele, unglaublich viele Menschen auf engstem Raum zusammen leben, wo sie kurze Wege haben, öffentlichen Nahverkehr nutzen können und sogar (aus Platzmangel) auf eigene Waschmaschinen etc. verzichten, man nutzt dort (angeblich) Wäschereien, was ökologisch besser ist, als wenn jeder seine eigene Maschine mehrmals in der Woche laufen lässt. Also:

Das Image von Landleben ist zauberhaft, die ökologische Bilanz allerdings bescheiden.

Meine romantische Naturannäherung könnte man also, wenn man die Lebensformen radikal miteinander vergleicht, auch als asozial bezeichnen. Romantik auf Kosten der anderen, die es sich nicht leisten können.

Und so kann man das Meiste bis zum bitteren Ende durch denken, es kommt immer irgendwann der Punkt, wo man sagt: Ach so! (Ich bin jetzt ein bisschen kleinlich, aber: Hey: Wo fängt das Ganze eigentlich an, wo hört es auf?)

Verzichtet man auf Plastiktüten und steigt auf Stoff oder sonstwas um, kauft man im Zweifel genmanipulierte Baumwolle aus Burkina Faso, oder der Anbau von Hanfpflanzen verpestet die Natur. Man kann das ausprobieren. (Ich habe es ausprobiert). Egal was für ein Produkt ihr benutzt, nach bestem Wissen und Gewissen, googelt es mal zusammen mit den Schlagworten „Umwelt“ „CO2 Bilanz“. Es gibt meistens einen Haken, glaubt es mir.

Die Sache mit den Plastiktüten z. B. fällt nicht einmal in die Klimawandel Kategorie, die fällt eher unter Umweltschutz ganz allgemein, Vermeidung von Plastik eben, obwohl es vielleicht auch da einen Zusammenhang zum menschengemachten CO2 Ausstoss gibt, wer weiss, vermutlich ist es so, sicher aber ist: Es ist NICHT LEICHT. Doch. Im Fall von Plastiktüten, da gibt es diese Bilder von plastikvermüllten Meeren, von Meerestieren mit Plastik im Magen, in dem Fall ist es leicht, die Schwierigkeit besteht darin, die beste Alternativen für das Plastik raus zu finden, ich sag nur: Burkina Faso, auch nicht schön, und: Puh!

Und dabei sprachen wir noch nicht über die Chinesen. Mit den Chinesen kommt mein Sohn um’s Eck. Er findet das auch alles sehr verwirrend, macht sich Sorgen, klar und stellt sich ein ideales Land vor, voll alternativer Energie, umweltneutralen Fortbewegungsmitteln, ein Land, in dem alle Waren standartmäßig unverpackt gehandelt werden und so weiter und so fort und dann fragt er mich: Und was ist mit den Chinesen? Machen die da auch mit? Oder Indien, wie weit sind die? Haben wir überhaupt eine Chance, Mama? Macht es überhaupt einen Untersschied?!

Ich finde, er darf so fragen. Er ist jung und entsprechend naiv. Leider bin ausgerechnet ich seine Mutter und in letzter Konsequenz gehen mir, bei solchen Fragen, ab und zu die Antworten aus.

So. Und die Moral von der Kolumne hier?

Ist die: Es nutzt auf keinem Fall irgendwem irgendwas, wenn wir uns gegenseitig – ja was denn? Anklagen, bloß stellen, fertig machen, ausgrenzen, anschreien und blamieren? Wegen Greta T. Das lenkt nämlich ab. Vom Wesentlichen. Und von den Chinesen. Und: NEIN. Das ist nicht rassistisch konnotiert, „die Chinesen“ versinnbildlichen hier, das andere Länder andere Sorgen haben. (Die Chinesen haben lange nicht die größten). Andere Pläne haben sie vermutlich auch. Was bedeutet, dass es eben tatsächlich saumäßig schwierig ist. Die Welt ist total global, alles hängt zusammen, alles was ich hier, in Düsseldorf tue, hat tatsächlich weltweite Auswirkungen.

Das Kobalt für mein Smartphone hier, auf dem ich gerade schreibe, haben z. B. KINDER in Afrika gefördert. Das ist eine absolut grausame Tatsache und ich frage mich wirklich, wie man nach dieser Info weiterhin ein Smartphone besitzen kann, aber: es geht. Wir besitzen ALLE eines. Und es gibt leider nicht DIE EINE REGIERUNG, die alles wieder für uns richten kann. Wegen GLOBAL, ihr erinnert euch. Wettbewerb ist eine Tatsache. Er findet statt. Wir alle betreiben ihn tagein, tagaus. Es ist ein Schlamassel. Ein richtig mieses. Und wir stecken richtig drin. Jeder von uns. Punkt.

Greta Thunberg tut nichts anderes, als darauf hinzuweisen.

Warum sollte ausgerechnet sie Lösungen präsentieren? Sie ist fast noch ein Kind. Eines, das sich ’ne Menge aufgeladen hat. Ich wünsche ihr Erfolg. Wäre saudumm, ihr irgendwas anderes zu wünschen. Im Sinne meines, unseres Wohlergehens. Ihre Sache schadet nicht. Egal, wie man sie betrachtet. Und die, die ein Problem mit Greta haben, interessieren mich nicht. Keine Lust, mich auch noch über solche aufzuregen. Ich lasse denen ihre Meinung. Kann nicht jeder meiner Meinung sein.

Verlasst die Gretaebene!

Soll sich halt jeder an der eigenen Nase fassen und tun was er kann. Ich auch. Toll finde ich z.B; sich gegenseitig auszutauschen. Gerne auch, sich gegenseitig zu ÜBERZEUGEN. Wenn man was gefunden hat, das eindeutig „sauber“ ist, hilfreich und gut. Dann kann man das doch mal empfehlen. Klar, die empfohlene Nachricht wird sich auf Smartphones verbreiten, aber vielleicht VIELLEICHT, HOFFENTLICH gründet sich demnächst eine Bewegung, die gegen die Kinderarbeit im Kongo auf die Strasse geht. Ich wär irgendwie dabei. Wenn die Zeit es erlaubt. Obgleich es schwierig für mich wäre, auf mein smartphone zu verzichten. Wenn ich ehrlich bin.

Ganz sicher kann ich euch hier schon mal eine Empfehlung aussprechen,

die sauber ist und definitiv helfen kann, den persönlichen CO2 Fußabdruck zu verbessern: Das start up RVOLT hat nämlich was ganz interessantes raus gefunden: Zu bestimmten Tageszeiten und Wetterbedingungen ist Energie sauberer, als zu anderen Zeiten. Weil z. B. bei Wind verstärkt Windenergie genutzt werden kann, oder bei Sonnenschein Sonnenenergie. Logisch eigentlich. Und RVOLT hilft mit einer APP, diese Zeiten mit dem persönlichen Lebensstil und Bedürfnissen in Übereinstimmung zu bringen. Gut fürs Gewissen und sogar für’s Portemonnaie! Und, wenn es ganz viele praktizieren, ein kleiner Schritt nach vorn. Macht das, Leute! Ich empfehle es! Geht auf deren Website, tragt euch ein, die sammeln noch Kunden, wenn sie genug haben, geht es los. XX und nix für ungut, ich hab euch trotzdem lieb. Eure Mary Reili <3

*Dieser Post enthält unbezahlte werbliche Inhalte aufgrund von Markennennung und Verlinkung


Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.