Relaunch. Blick zurück im Zorn. Das Lesen ist schön.

#relaunch

Wisst ihr noch, was ihr euch gewünscht habt, als ihr klein wart? Also, so richtig klein? 100 cm? Ein kleines Kind? Als man durch’s Leben lief, die Tischkante auf Augenhöhe und dachte: „Yeah, wenn ich erst Dieses oder Jenes kann, dann wird’s super. Wenn ich erst laufen kann, wenn ich erst lesen kann, wenn ich erst hoch genug springen kann, um über die blöde Tischkante hinweg zu gucken“. Also mich hat das nie ganz los gelassen. Das: WENN-ICH-ERST-DIESES ODER JENES-Feeling. Allerdings erweitert es sich irgendwann, ich glaube so mit Erreichen der Volljährigkeit, oder auch viel früher, um den BLICK ZURÜCK. Und der gewinnt dann im Laufe der Jahre immer mehr an Klarheit.

Man blickt zurück in die Kindheit und merkt:  „Oh fuck, schon vorbei. Gelaufen. Das ist es schon gewesen und ich hab’s kaum bemerkt und nicht genug genossen“. Weil ich immer nur auf das konzentriert war, was VOR mir liegt. Und trotzdem macht man ganz genau so weiter.

Ich auf jeden Fall. Ich kann es nicht lassen, das Vorwärts schauen. Klar, so muss es auch sein, sonst gäb’s keine persönliche Entwicklung, kein zielgerichtetes Handeln, man könnte sich den Scheiß sparen und einfach Kind bleiben. Mami schmiert die Butterbrote und ich hänge total entspannt auf meiner Krabbeldecke ab. Ein Leben lang. Will auch keiner. Oder nur die Wenigsten.

Eines meiner letzten Ziele, meiner persönlichen WENN-ICH-ERST-DIESES-ODER-JENES-Dinger, war ja dieser Umzug hier von meinem Blog auf eine andere Domain. Und damit verbunden ein totaler Relaunch von maryreiliblog. Und jetzt ist das fertig, maryreiliblog ist online!

Es war furchtbar, weil ich ein totaler Techniklegastheniker bin. Es hat Tage gekostet. Und wenn ich mir das Ergebnis jetzt so ansehe, mich durch die Seiten blätter, stellt er sich auch gleich wieder ein: Der Blick zurück. In Ernüchterung. Und die Erkenntnis: Das war’s schon wieder. That’s it.  Ich habe fertig. Die Tischkante kann mich mal.

Geht euch das auch manchmal so, das dieser Moment, in dem man auf eine abgeschlossene Aufgabe, auf ein Ergebnis schaut, irgendwie total ENT-TÄUSCHEND ist? Das liegt wahrscheinlich auch in der Natur der Sache. Um so was durchzuziehen, eine selbstauferlegte Arbeit, die niemand anweist oder bezahlt, muss man sich vorübergehend einen Zustand starker Selbsttäuschung hingeben. Man muss sich ausmalen, wie GROßARTIG das alles nachher aussieht, wie wunderbar es sich lesen läßt auf dieser virtuellen Oberfläche die man hier zur allgemeinen Erbauung online stellt. In der Hoffnung, das es irgendeinen Mehrwert kreiert. Und auch mal gelesen wird. Am Ende macht’sja doch nur wirklich Spaß, wenn es irgendwem gefällt. Naja. Wird sich zeigen, denk ich.

Auf jeden Fall werde ich meine kurzen Textinseln in Zukunft verstärkt hier online stellen. Facebook kann sie nicht alle exklusiv haben. Zu viel schlechte Gesellschaft in der Timeline. Jeder zweite Post ist von diesem unsäglichen, blonden Trumpeltier okkupiert worden, da mach ich nicht mit. Da mach ich lieber hier weiter. Und freu mich, wenn ihr mich hier besucht.

Ach, in Warheit mach ich es nur deshalb. Damit ihr mal vorbei schaut. Und durchklickt. Warum sonst sollte man sich auf eine Bühne stellen, vor einer Kamera rumhüpfen, Texte veröffentlichen, Drehbücher schreiben, Bilder malen usw. Letztendlich macht man es, damit es irgendwem irgendwas bringt. Also nicht irgendwem. Euch! Ihr seid die Leser. It’s just for you. Ich schätze, ich liebe Euch. Ein bisschen. Sehr. XX Mary Reili

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