Warum ich mir selbst ein blaues Auge schlug. Neulich im Hotel des Grauens.

im MAX BROWN HOTEL in Düsseldorf wäre das alles nicht passiert... (Kleid von Marianna Déri)

#öffentlichesmissgeschick #imhoteldesgrauens

Neulich hatte ich eine Panikattake, während der ich mir selbst ein blaues Auge schlug. Ich habe mich entschieden, dieses Missgeschick hier öffentlich zu machen. Um andere zu warnen. Meine Kollegen. Und die Dienstreisenden ganz allgemein. Obwohl die Meisten von denen wohl eher nicht im HOTEL DES GRAUENS untergebracht sein werden. Weil andere Branchen im allgemeinen bessere Hotels buchen. Aber die Theater haben ja so schmale Etats heutzutage. Immerhin schaffen sie es wenigstens GRUNDSÄTZLICH

ihre Mitarbeiter IRGENDWO unterzubringen.

Die Öffentlich-rechtlichen können oft nicht einmal das. Weshalb man dann Wohnort: „München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt“ und sogar „Dresden“ in seine Vita schreibt, um im Falle einer Buchung dann auf irgendwelchen Sofas zu übernachten.

Das ist schön. Man verbringt dann oft sehr nette Abende mit den Menschen, die einem das Sofa freundlicherweise zur Verfügung stellen. Meistens ist man allerdings, als Beschäftigte der Filmbranche, die Einzige im Gasthaushalt, die um 5:30 aufsteht um Yoga zu machen bevor man dann um 6.00 Uhr vom Produktionsfahrer eingesammelt wird. Mit Augen, so müde vom Schlafmangel, dass man beim Blick in den Spiegel richtig Lust bekommt, gleich in einem deutschen Fernsehfilm aufzutreten. Sieht ja keiner!

*Ausnahmen bestätigen übrigens, wie immer, die Regel. Tatsächlich habe ich auch schon in wirklich tollen Hotels übernachtet. Als Dienstreisende. Und einige der Sofas, auf denen ich regelmäßig schlafe, gehören zu meinen Lieblingsschlafplätzen des Landes. Aber ich wollte ja warnen. Ein blaues Auge ist kein Vergnügen. Beruflich auch nicht von Vorteil.

Mein blaues Auge schlug ich mir im Hotel Kachelman. Das kann jetzt Zufall sein, oder ein freud’scher „Falschmerker“. In meiner (in diesem Fall recht jungen) Erinnerung, hieß das Hotel des Grauens auf jeden Fall HOTEL KACHELMAN. Die Stadt verrate ich nicht, ich will niemandem zu nahe treten. Was genau der Kachelmann verbrochen hat, weiss ich auch nicht mehr. In meiner Erinnerung ist hauptsächlich irgendein unguter blauer Fleck hängen geblieben. (Natürlich nicht auf ihm, dem Kachelmann, sondern -natürlich- auf einer der betroffenen Frauen. Es waren mehrere, das weiss ich noch). Und deshalb passt es ja auch so super. Der Name des Hotels und mein blauer Fleck, mit dem ich das Drecksloch am Ende verlies.

Was findet ihr eigentlich an schlimmen Hotels am schlimmsten? Weil: Ich kann mich da überhaupt nicht entscheiden. Ich weiss nur, dass es am ALLERSCHLIMMSTEN ist, wenn alles zusammen kommt: Schmieriger Teppichboden, durchgelegene Matratze, Bettwäsche die nach chemischer Reinigung riecht, eine Klimaanlage, die einem die ganze Nacht lang wie ein heißer Föhn direkt ins Gesicht föhnt, riesige, knallorangefarbene Ölgemälde…

Ach so, und hab ich schon erwähnt, das man in solchen Hotels meistens das Fenster NICHT ÖFFNEN kann. Vermutlich, weil sonst jeder dritte Hotelgast Nachts einfach raus springen würde. Ich werde nicht die Einzige sein, die an solchen Orten spontan eine Panikattake erleidet. Bei der Letzten kam übrigens begünstigend die Aufschrift auf einer Cremetube hinzu. Die ich leider gelesen hab:. „Was deine Haut berührt, wird ein Teil von Dir“. (Aus der Kategorie: „Du bist, was du ißt“).

Mit sowas suggestiv belastendem hab ich mich leider eingecremt, bevor ich vom gefließten Badezimmer aus in sehr großem Sprung in das chemisch gereinigte Hotelbett hüpfte. (Mann sollte IMMER Flip Flops dabei haben, wenn man ein unbekanntes Hotel bereist. Es hilft, die an den Füßen zu haben, um Hautkontakt mit dem Hotelzimmer GRUNDSÄTZLICH vermeiden zu können). Nachts, als ich, nach Atem ringend (die Klimaanlage) auf meinem riesigen, prallgefüllten (was stopfen die denn da rein, bitte?) Kopfkissen mehr saß als lag, hat mich das nicht los gelassen. Ich konnte riechen, wie der Teppichboden schmolz. Kein Wunder. Darauf hatte die Kimaanlage es ja abgesehen. Jetzt föhnte sie laut und triumpierend weiter. Direkt in meinen Hals hinein. Nebenbei den Teppich schmelzend. Jede Menge Teppichmoleküle wirbelte sie auf. Eine ganze Armee von Teppichmolekülen drang auf mich ein. „Was Deine Haut berührt wird ein Teil von dir“. Ich sah Teppich auf mir wachsen. Über mich. Einen Teil von mir zu Teppich morphen. Ich sah mich selbst von Teppich völlig überwuchert. Dornrösengleich. Nur mit ner völlig deprimierenden Scheiß-Teppich-Optik. They never promised me a rosegarden.

Naja. Um es kurz zu machen: Ich hab um mich geschlagen. Und weil da irgendein sinnloses Möbel auch noch herum stand, in diesem todtraurigen Hotelzimmer, ein Beistelltisch, oder sowas in der Richtung, ist mein Arm da dagegen gekommen, abgeprallt und ich habe mich selbst ins schreckensweit geöffnete Auge gehaun. „Was Deine Haut berührt, wird ein Teil von Dir“. Funktioniert auch im geschlossenen System. Hand in Auge. Gibt ein tadelloses Veilchen. Brauchste keinen Kachelman.

So, Ich hoffe, dieses Beitrag lesen einige Hotelbesitzer. Und die überdenken dann ihr komisches Teppich- und Belüftungskonzept. Make the world a better place! P.S. Es gibt natürlich auch WUNDERBARE Hotels! Hotels wo alles stimmt. Eines davon ist das MAX BROWN DÜSSELDORF. Es wird in Zukunft immer mal wieder einen (fotografischen) Auftritt auf maryreiliblog* haben und im Sommer (das genaue Datum gebe ich noch bekannt) hat maryreiliblog* dann einen Auftritt dort. In der wunderbaren Lobby in der Kreuzstrasse 19A, zwischen Hbf und KÖ, mitten in Düsseldorfs japanischem Viertel lese ich über das Reisen, über Düsseldorf und den ganzen anderen Scheiß. Man kann da übrigens auch „einfach so“ was trinken gehen, im Max Brown Hotel. Einen Cafe tagsüber, oder Abends einen Cocktail. Totale Düsselperle, der Laden! Große maryreiliblog*-Empfehlung! (HIER könnt ihr mehr über meine neuen Kooperationspartner lesen).

 

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