Feel good with your Goodie Bag

Tolle Tasche

#Conceptstore #Eröffnung #Hierarchie der Goodie Bags

Gestern war ich auf einem EVENT. Für Mode. Ein Modeevent. In Düsseldorf. Eine Conceptstore Eröffnung. Stylealbum, vorher hauptsächlich als online Conceptstore bekannt, verkauft ab jetzt auch life in der Düsseldorfer Carlstadt (Bastionstrasse 9). Vielen Dank an dieser Stelle für die Einladung. Nächstes Mal hätte ich aber lieber ein großes GOODIE BAG. Immerhin interessant zu sehen, wie bei Modeevents Hierarchien gelebt werden. Nicht, dass es das beim Film nicht gäbe. Oder beim Theater. Da gibt’s das auch. Aber das ist ’ne andere Geschichte, eigentlich geht es hier um die

HIERARCHIE DER GOODIEBAGS

Auf dem Event gab es nämlich Goodie Bags in drei verschiedenen Größen. Die ganz Großen  waren personalisiert und sahen verheißungsvoll aus. Ein Mittleres hätt‘ ich auch noch genommen. Ich bekam ein Kleines. Mit einem Trockenschampoo, Werbung und einem Gutschein befüllt. 40% Preiserlass für ’ne Flasche Wodka. Super! Im Nachhinein hätt‘ ich es lieber stehen lassen sollen. Es hat was demütigendes, ein Event mit dem KLEINSTEN Goodie Bag zu verlassen. Schien aber konzeptionell gewollt zu sein, diese Einteilung der Gäste in eine Art modische Klassengesellschaft.

Politisch werden einem ständig demokratische Verhältnisse suggeriert, mit Emanzipation, mit Wahlrecht, überhaupt mit Recht und natürlich auch mit Ordnung, wir leben immerhin mitten in Deutschland hier, da hat es was befreiend ehrliches, wenn man bei einem Modeevent vorbei schaut und merkt: Der Markt hat eigene Gesetze. Politisch bezahlen wir alle (ok, die Meisten) Steuern für das gleiche System, aber wie wir uns darin einkleiden, in welchen Look wir am Ende unsere persönliche Bilanz präsentieren, das liegt an uns selbst. Und so eine Conceptstoreeröffnung kann sehr hilfreich sein, um eine realistische Einschätzung des persönlichen Marktwertes zu erhalten. Bei mir gibt’s noch Luft nach oben.

Und das ist an dieser Stelle die gute Nachricht. Es war nicht nur das minikleine Goodie Bag, das mir bei meiner Selbsteinschätzung hilfreich war. Es war der Fotograf. Mitten in dem sehr schicken Düsseldorfer Conceptstore, der zu dem Event geladen hatte, war ein Fotoset aufgebaut. Mit Backdrop und Beleuchtung und allem. Es gab sogar eine mobile Maske, mit Maskenbildnerinnen und Friseusen. Die Idee war, dass man sich Kleider aus dem Angebot des Stores aussucht, passend geschminkt und frisiert wird, um dann für den Fotografen zu posieren. Ich hab mich da natürlich gleich dafür angestellt. Sie hatten gute Sachen dort, einige meiner Lieblingslabels: Baum und Pferdgarten, MalaikaRaiss, Schmuck von Sabrina Dehoff. Nicht schlecht, alles.

Vor mir war eine grell Blondierte dran. Ich schätzte Sie auf Mitte Fünfzig. Sie posierte in Pelz. Und machte einen Superjob. Ich schätze, die meisten Frauen in ihrem Alter haben Töchter im fortgeschrittenen Teeniealter und sind deshalb durch Heidi Klums mediale Topmodelschulung gegangen (natürlich ZUSAMMEN mit ihren Töchtern) und jetzt haben sie es einfach drauf. Geschmeidig wand sie sich hin und her, wie ein blondierter Schilfhalm im Wind und irgendwann war ich plötzlich dran.

Ich hatte mir einen superschönen Hosenanzug ausgesucht. Leider war ich noch gar nicht in der Maske gewesen. Die Maskenbildnerinnen hatten mich angesehen, asl käm ich von ’nem anderen Stern, als ich da auflief. Und mich zum Fotografen durch gewunken. „Klär‘ das mal mit ihm“. Noch dachte ich, ich soll die Sache mit dem Make-up mit ihm klären. Hätt‘ ich auch. Ich hätte das ganz unkompliziert mit dem durch gesprochen. Ich bin ja Profi. Auf dem Gebiet. In der Maske, da sitz‘ ich normalerweise beruflich. Im Gegensatz zu den meisten anderen Anwesenden. Aber dann kam alles ganz anders. „Du bist aber nicht vorgesehen“ sagte der Fotograf zu mir. „Du hast keinen VIP Status hier“. „Häng‘ den Hosenanzug zurück“.

Ich dachte, ich spinne. Immerhin war ich eingeladen und man kann ja wenigstens vorher mal INFORMIERT werden, wenn man nur als Fußvolk, oder als Wasweissdennich einbestellt wird. Ich dachte schon: „Oh je, kein VIP-Status im Conceptstore. Scheiße“. Als plötzlich die ältere, übrigens sehr geschmackvoll operierte Blondierte rief: „Aber ich kenn dich doch! Irgendwoher kenn‘ ich dich!“. Mir ist echt ein Stein vom Herzen gefallen. Ich lauf ja nun auch ab und zu irgendwo, bei irgendwelchen Fernsehserien und Filmen durchs Bild, IRGENDEIN STATUS muss da doch drin sein, verdammt nochmal. Meine Freundin kam mir zur Hilfe: „Naja, vermutlich kennst du sie aus dem Fernsehen, sie ist Schauspielerin“. (Es lief jetzt Bombe, man sprach ÜBER mich, das ist immer ein gutes Zeichen). „Ach so?“ sagte die Blondine und sah mich lange an, „ne“ sagte sie dann, „Ich kenn‘ dich vom Fußballplatz. Unsere Söhne waren da in der gleichen Mannschaft“. Tja. So kann es kommen.

Prominenz durch Mutterschaft.

Ich hab mich dann auch an sie erinnert. Sie hatte da so ne Art Cheerleaderfunktion in diesem Verein. Stand da rum, in ihren High Heels, trug im Sommer gerne kurz, im Winter gerne Pelz und feuerte die Jungs an: „Tritt zurück, du Loser!“ Mensch, gib doch Gas, du Flasche“ und so Zeug, das Mütter halt gerne am Fußballfeld rufen. Naja. Meine Freundin und ich, wir sind dann gegangen als das Sushibuffet alle war. Leider MIT dem kleinen Goodie Bag in der Hand. Aber man lernt ja immer dazu. Jeder kann ein Promi sein, und das sogar im Sportverein. Das reimt sich sogar. Und was sich reimt, ist gut. XX Mary

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