#LoveLection #ErsteSchritte #WerLiebesät

Ich habe Liebe gesät. Es ist mir weniger schwer gefallen, als ich zuerst dachte. Obwohl es keine Liebe auf den ersten Blick war. Wohl eher nicht. Und zwar geht es um Segelschuhe. Ihr wisst schon, diese Yuppiedinger. Echte young urban professionals tragen dazu gerne ein weißes Polohemd und im Extremfall, also der Extremyuppie, trägt dazu seinen Pulli über den Schultern, die Ärmel über der Brust ineinander geknotet. Dresscode: Segelschule. Oder so. Und mein Sohn wollte unbedingt ebensolche Dinger haben. Die natürlich auch nicht WIRKLICH billig daher kommen. Und ich hatte ihm so lässige Chucks rausgesucht. Aber er hat so innig drum gebeten, dass die Verkäuferin einen sagenhaften Rabatt angeboten hat. Die Frau hatte fast Tränen in den Augen. Da fing die Sache mit der Liebe nämlich schon an. Sie LIEBTE meinen Sohn dafür, dass er den Schuh so LIEBTE. Wahnsinn. Beim Bezahlen (wir mussten bar zahlen, damit sie die Sache mit dem Rabatt später niemandem zu erklären hatte), fühlte ich den Vollzug wahrer Liebe: Eine Frau, die ein Paar Schuhe bezahlt, die sie NICHT mag, die diese freiwillig Schuhen vorzieht, die sie einfach super findet, da fängt wahre Liebe an. Also, für den Sohn, nicht für den Segelschuh, versteht sich. Auf dem Nachhauseweg hab ich ihn dann gefragt, was er an den Dingern denn so schön findet. „Ne, Mama, schön sind die nicht. Das sind eigentlich so Streberschuhe und ich kann auch nicht so gut drin laufen, guck, ich schlapp da immer hinten raus“. Vollbremsung. „Scheiße, sofort tragen wir diese Dinger zurück“ (Hoffnung auf ein Paar lässiger Chucks. Ich wußte, wir würden uns wiedersehen…). „Nein, nein Mama! Die Mädchen finden sie doch so gut, diese Schuhe, verstehst du? Ich MUSS die tragen“. Tja, mein Sohn hat schon was gelernt in der Schule. „Denn wer Liebe säht…“. Und eigentlich hab ICH die ja gesät, diese LIEBE, die jetzt, begünstigt durch die Liebe einer Schuhverkäuferin, auf ihren Segelschuhsohlen in ein Gymnasialklassenzimmer in Düsseldorf Einzug hält. Ich hoffe, er wird Freude ernten. So heißt es nämlich im Volksmund: „Wer Liebe säht, wird Freude ernten…“. Möchte mal wissen, wie der da drauf kommt, der Volksmund. Ich hätte bei dem Spruch ja auf BIBEL getippt, aber ich bin definitiv nicht bibelfest. Und Google sagt: VOLKSMUND. Und ich hab da auch eher wiedersprüchliche Erfahrungen gemacht. Mit dem Sähen und der Ernte und Allem. Aber vielleicht hab ich ihn ja auch falsch verstanden. Den Volksmund. Damals. Vielleicht werde ich ja jetzt eines Besseren, oder zumindest eines Anderen belehrt. Naja. Ich werde es sicherheitshalber gut im Auge behalten, mein schickes Saatgut.

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