Gastbeitrag von Johanna Schall

Schauspieler

#actorslive #actorslife

Gestern durfte ich meinen neusten Blogpost über „meine Liebe zu meinem Beruf“ als Gastbeitrag auf ihrem Blog veröffentlichen, heute schon hat sie sich eine ganz wunderbare Antwort dazu ausgedacht und ich freue mich, sie Euch jetzt wiederum über „meine Kanäle“ präsentieren zu können: Johanna Schall (bekannt als Schauspielerin, aktiv als Regisseurin) schreibt das Blog: „Theaterliebe„. Ihr könnt euch dort über ihren aktuellen Gesundheitszustand, ihre Furcht vor Ratten, ihre sehr persönliche Meinung zum Antisemitismus in Deutschland, politisches, gesellschaftliches und allgemein Gültiges, vor allem aber über ihre Liebe zum Theater informieren, zu der sie vieles in Bezug setzt, was ihre Sicht auf die Welt ganz einmalig macht! Große Mary Reili Empfehlung! SechssterneBLOG******

Und hier ist Johannas Antwort auf meinen Text:

#actorslive – meine Antwort auf den Gastbeitrag

Warum liebe ich meinen Beruf? Schauspielerin, Regisseurin, egal. Warum?

1
Szene aus einem Film, den fast niemand gesehen hat.
„Freitag“, die Geschichte des Robinson Crusoe (Peter O’Toole) aus der Sicht seines Gefährten Freitag, eines Bewohners einer Nachbarinsel, der auf einem Jagdausflug seines Stammes von dem gestrandeten Briten gekidnappt wird.
Crusoe organisiert ein Wettrennen, zeichnet Start- und Ziellinie, drei, zwei, eins.
Der weiße Mann rennt um sein Leben, schwitzt, hechelt, müht sich beängstigend.
Freitag hat den Zweck des Wettrennens „mißverstanden“, er glaubt, es ginge darum, wer schöner läuft.
Er verliert und ich verliere jubelnd mit ihm.
2
Der Text von Thomas Brasch „Warum spielen?“
3
Ich weine selten. Aber auf der Bühne liebe ich es, zu weinen. Wenn ich meine Lieblingsnichte ärgern will, weine ich aus dem Stand, kurze Konzentration auf den Punkt, an dem das Gähnen entsteht, und schon fließt es aus beiden Augen.
4
Spielen als Weg aus der bedrohlichen Vereinsamung. Für Leute wie mich, die nicht von Natur aus extrovertiert sind, etwas wie ein Notausgang.
5
Ich mache das jetzt seit 40 Jahren und habe mehrmals im Jahr die Möglichkeit mich mit fremden Zeiten, unbekannten Menschen, neuen Konflikten auseinanderzusetzen.
6
Janosch, der kleine Tiger ist krank und muß operiert werden, in der dritten Reihe springt ein Kind auf und ruft unterstützend „Das hatte ich auch schon mal!“
7
Auf der Bühne weiß ich was ich tue. Im Leben laufe ich oft verwirrt den Ereignissen hinterher.
8
Sprache ist eine Droge. Schöne, wahre Sätze machen mich an.
9
Ich brauche Geschichten. Mein Leben, das mir oft zerhackt und zufällig erscheint, findet seine glaubhafte, verständliche Spiegelung auf der Bühne.
10
Wenn Theater mich packt, überrascht, bin ich ganz und gar jungfräulich.
11
Ich bin dem Theater verfallen. What the fuck.
12
Es macht Spaß. Ich vergessse alles andere.
13
10 bis 14 Uhr und 19 bis 22 Uhr. Für ein normales Leben untauglich.
14
Der kleine Maulwurf brauchte große Taschen für sein Spielzeug.
15
Ed Wood glaubte an seine Filme.
16
Eine leere Bühne. Ein gefüllter Zuschauerrraum. Sex.
17
18.30 Uhr Maske, Entfremdung.
18
19.30 Action.

Danke liebe Johanna! Hier zur Sicherheit nochmal der direkte link auf dein BLOG: Theaterliebe

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