FemFriday. Interview. Über Feminismus, Griechen, Kinder, schnelle Autos und vieles mehr

Blendl Mareile

#femfriday #interview #theaterundtexte

Ich bin fremd gegangen. Auf Marie Helene Anschütz Blog THEATER & TEXTE, den ich hiermit gerne empfehle. Das Interview, das dabei heraus gekommen ist, passt eh prima hier auf maryreiliblog: Es geht um Karriere, Kinder, Feminismus, Griechen, schnelle Autos und viel mehr:

„Immer wieder freitags ist FemFriday. Heute mit der Schauspielerin und Bloggerin Mareile Blendl.

Mareile hatte ihr Theaterdebüt am Staatstheater Dresden und wechselte von dort ans Berliner Ensemble, wo sie ihren zukünftigen Ehemann kennen lernte.
Seit der Geburt der gemeinsamen Kinder arbeitet sie freischaffend.
Wichtige Theaterstationen seitdem sind das Staatstheater Nürnberg, das Schauspiel Bonn und das Volkstheater München.

Bei Film- und Fernsehen ist sie regelmäßig in Gastauftritten zu sehen. In dem Kinofilm: „All you never wanted“ dessen Premiere für das nächste Frühjahr ansteht, spielt sie, in einer der Hauptrollen, sich selbst.

Mareile veröffentlicht auf ihrem Blog: „maryreiliblog“ eine „Unregelmäßige Kolumne“ und ist Autorin des in München uraufgeführten Theaterstückes: „Letzte Nacht hat ein DJ meine Liebe zerstört“.
Gerne veröffentlicht sie auch auf Blogazinen und in Literaturzeitschriften. Mit Mann und Kindern lebt sie im schönen Düsseldorf.

Kommen wir zu den Fragen am FemFriday:

Wie kamst Du zu deinem heutigen Beruf?

Ich hab ja immer das Gefühl, dass die Berufe zu mir kommen. Und ich kann dann wieder nicht nein sagen. Inzwischen hab ich einige davon am Hals. Ich spiele, schreibe, blogge. Und alle wollen sie ständig Aufmerksamkeit und Pflege. Anstrengend sind sie schon, diese Berufe. Aber man liebt sie ja, wenn man sie mal hat, nicht wahr?

An welchen Moment deiner Karriere erinnerst Du dich besonders gut?

Ich halte es mit der Erinnerung so, dass ich die positiven Momente fokussiere und den Rest umgehend verdränge. Vieles ist also in Vergessenheit geraten. Letztes Jahr allerdings durfte ich in dem Film „All i never wanted“ der beiden, großartigen, aufstrebenden Filmemacherinnen Annika Blendl und Leonie Stade, (Man on Mars Filmprod). eine vierzigjährige Schauspielerin darstellen, die versucht, trotz des Age Bashings, mit dem sie sich zunehmend konfrontiert sieht, beruflich den Fuß in der Türe zu behalten. Wir haben viel improvisiert und zusammen mit großartigen Schauspielkollegen konnte ich eine Menge der eher düsteren Karriere- Aspekte aufarbeiten. Eine wunderbare Therapie, ich hoffe, auch für die Zuschauer.

Empfindest Du ein Ungleichgewicht bei der Geschlechterbesetzung in deiner Branche?

Absolut. Habe ich mich gerade in meiner Unregelmäßigen Kolumne drüber geäußert.

Du bist Mutter von zwei Söhnen. Ist es heute eine größere Herausforderung Söhne großzuziehen?

Tja, Erziehung funktioniert nach meiner Erfahrung vor allem über Identifikation mit dem Vorbild. Also den supertollen Eltern, die alles richtig machen. Der emanzipierten Mama. Und ihrem emazipierten Mann. Den Rest erledigen meine Söhne autark. Und das ist auch gut so. Allerdings pinkeln sie im Stehen. Ist natürlich mein Mann schuld. Von wegen Vorbild. Da habe ich klar versagt.

Was gibt’s Du deinen Kindern mit auf den Weg bei ihrer Berufswahl?

Ach, das ist einfach: Meine Söhne stehen auf schnelle Autos. Ich sage ihnen: Denk an den Lamborghini, egal was du machst, sei verdammt gut darin, sonst wird es nix damit.

Was macht Fempowerment für Dich heute aus?

Ja, Spaß beiseite, das ist wichtig. Ich erzähle Geschichten. Von Frauen. Heute. Schreibe ich alles auf. Muss nur noch veröffentlicht werden. Ich tue also, was ich kann.

In welchen Momenten deines Jobs wärst Du lieber ein Mann?

Ich spiele gerne Männer. Tatsächlich ist das was ganz anderes, als Frauenrollen darzustellen. Geht nur am Theater, klar, und da hat man es auch oft mit historischen Stoffen zu tun, aber es schafft unheimlich viel Verständniss für das andere Geschlecht, wenn man es darstellt. Ich spiele deshalb mit dem Gedanken, einen Geschlechter-Switsch-Workshop für Führungskräfte zu entwickeln, Leider fehlt dafür die Zeit…

Wenn die Frauenquote etwas bewirkt dann (bitte beende diesen Satz)
war sie für was gut…

Was können wir Frauen tun, damit sich die Wahrnehmung auf unser Geschlecht am Arbeitsmarkt ändert?

Ja, genau da würde mein Geschlechter-Switch-Workshop ansetzten. Vielleicht mache ich den doch. Wäre sicher hilfreich, wenn Männer mal in Frauenklamotten und die dazu gehörige Rolle rein schlüpfen und anders herum. Wundert mich glatt, das es das noch nicht gibt. Hiermit melde ich das zum Patent an!

Beschreibe Dich in drei Worten…

Ich hab mal meinen Vierjährigen gefragt: Lieb, süß, süßlieb kam heraus. Das passt.

Was liest Du derzeit?

Ich arbeite die Shortlist des deutschen Buchpreises 2018 ab.

Welches ist dein liebster Theaterstoff?

Mein Liebstes Zitat ist: „Wer handelt, leidet auch“. Aus der Orestie.
Überhaupt liebe ich die Griechen. Die waren unglaublich schlau. Ihre Geschichten und diese verrückten, unglaublich menschlichen Gottheiten sind so ambivalent und komplex. Wie im echten Leben. Die Griechen sind nie S/W. Und die Heldenreise haben sie auch erfunden. Die Griechen sind die Besten. Definitiv“.

Hier könnt ihr Helene folgen: INSTAGRAM

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.