Facebook. Und die positiven Effekte. Das Hotel des Grauens.

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Letztens ist wieder irgendwer mit viel Getöse bei fb ausgeschieden. Um dann, nicht SEHR viel später, mit nem lustigen Posting da wieder an der Oberfläche aufzuploppen. Wie so ein fertig gekochtes Tortellini im Nudelwasser. Voll lecker.

Es hat sich dann -daraufhin- eine Diskussion darüber entsponnen, warum man da denn überhaupt mitmacht. Bei facebook. Warum der Suchtfaktor so hoch ist.

Ich denke, ein bisschen ist es so, wie BERLINALE feiern. Dabei sein, scheint alles. Und Spaß macht’s ja auf jeden Fall. Ob es wem WAS BRINGT? Ruhm, Ehre, Geld und Gold und so? Also bei der Berlinale bin ich mir da nie so sicher. Klar, manche werden auf der Berlinale für die „Bunte“ fotografiert, das bringt’s natürlich IMMER, aber darüber hinaus? Wenn man da nicht läuft? Läuft dann da überhaupt was? Über das Festivalprogramm hinaus? So Jobtechnisch?

Ich finde das immer irgendwie unklar. Auf der Berlinale. Und bei facebook sowieso.

Aber die Diskussion ging auch weniger darum, ob es EFFEKTIV ist, sondern darum, was einen überhaupt bewegt, da ÜBERHAUPT mit zu machen.

Meine Freundin Marie sagt: Selbstdarstellung. Selbstdarstellung zwecks Persönlichkeits-aufwertung.

Finde ich klasse. Selbstdarstellung! Aufwertung! Aktion! Ist doch super!

Unsere besseren Selbste treffen sich in einem virtuellen Raum, tauschen sich miteinander aus, amüsieren sich gegenseitig mit ihren selbst geschossenen Selfies, kreieren hier, auf dieser Plattform mit dem blauen Rahmen, der irgendwie längst der Rahmen für unser, neues, virtuell bereichertes Leben darstellt, neue, bessere Variationen ihrer selbst und laden ihre Freunde zum Rundgang in den Showroom dieses neuen Lebens ein. Nice!

Ein grundsätzlich künstlerischer und zu begrüßender Akt!

Eine Darstellung setzt immer eine Reflektion voraus, das kann doch nicht schaden. Fake ist es natürlich trotzdem. Alles ist Fake. Alles, was eine Absicht verfolgt ist Fake und alles was entsteht, ist nur eine Variation. So what!

In Echt ist man ja auch nicht immer, was man scheint.

Blöd finde ich nur, wer die likes einsackt. Echt, das mit den „likes“ ist wieder genau so ärgerlich wie das mit der Quote. Alles mit viel nackter Haut gewinnt. Und alles mit Filter und Avocado. Jede Menge Follower für alle Fauen, die so aussehen wie Barbies Schwester und einen super Yogahandstand performen. Life. Per instastory. Woanders (auf der Berlinale z. B.) kämpft Frau um ein neues Image und da, im Netz, auf Facebook und viel schlimmer noch auf Instagram, schmeissen sich jede Menge Frauen (viele jung, einige Schauspielerinnen) begeistert in Positur, lassen sich für Postings kaufen und demonstrieren ihr total gefiltertes Frauenbild. Mit Avocadofrühstück in High-Heels und allem. Und sacken die likes dafür ein.

Und man kann nicht mal irgend einen verantwortungslosen Großkonzern dafür verantwortlich machen. Oder „die Medien“. Nur die, die die likes vergeben. Die Leute. Das VOLK. Und zwar nicht einmal das DEUTSCHE VOLK, weil das ja inzwischen alles wirklich total international läuft. Vor allem auf Instagram. International ist halt die Illusion vom perfekten Leben nach wie vor total gefragt. Und High-heels. Und Designerklamotten. International ist man ein Dreck, ohne die.

Am Ende wird Lena in ihrem sagenhaften Designerfetzen OHNE Dekolleté spielend den Sieg davon tragen. Und dabei sehr viel mehr Anarchie ausstrahlen, als ihre ältere, kurzhaarige Kollegin in ihren super gut gemeinten Turnschuhen.

Was kann man da tun?

Kann man, oder besser Frau, da überhaupt was tun?

Sie sollte.

(Soll man/sie ja immer).

Man kann dem was entgegen setzten. Was Eigenes. Was Echtes.

Und selbst entschieden, wo man seine „likes“ los wird.

Ach, ich leg einfach mal los, mit meinem Reisebericht. Über meine Nacht im Hotel des Grauens. Sehr realistischer Beitrag aus dem Alltag einer Aktrice.

Allein schon, um dieser komisch verrutschten Klamottendisskussion IRGENDWAS entgegen zu setzten. Ehrlich wahr: Erst ging es um Vergewaltigung, dann um Machtmissbrauch, später um grapschende Männer ganz allgemein und am Ende hat sich die Debatte irgendwie in das Dekollete von Lena Meyer Landrut (ich verlink‘ hier mal, falls wer die nicht kennt und sich informieren möchte) verirrt.

Verrutscht. Alles.

Wie der Träger eines Sommerkleides.

Und wie so mancher Diskussionsbeitrag im Netzwerk, das wir alle lieben. Aber das ist ein GANZ anderer Schnack. Hier soll es ja um die POSITIVEN EFFEKTE gehen.

Ach, wisst ihr was? Es wird kompliziert. Und deshalb ende ich diese Kolumne hier. Überraschend. Und weil ich Kopfweh hab. Der geplante Reisebericht sprengt jetzt den Rahmen. Genug gesagt! (Bericht reiche ich nach).

Lest einfach meine Kolumne. Hier kriegt man was, für sein like. Was Echtes.

Empfehlt sie weiter. Sie ist so wichtig.

Für mich. Haha!

Zum Schluss noch was WIRKLICH Nettes aus meinem reichen, virtuellen Leben:

Ich poste (natürlich) wieder live aus dem ICE. Diesmal geht es nach Frankfurt. (Ab und zu muss ich meine Bonusmeilen abarbeiten, die sprengen sonst mein Bonusmeilenkonto).

In Frankfurt treffe ich zwei meiner neuen Facebookfreunde. Ich habe sie noch nie vorher live gesehen. Sie mich auch nicht. Wir haben schon oft gechattet, auch über persönliches gesprochen und ich bin sehr gespannt, den beiden nachher die Hand zu schütteln. Seid dabei! Auf meinem INSTA-PROFIL!

Virtuality becoming Reality. It will be a very special moment.

Schnittstelle. Große Welle. Ich bin dabei!

Und freu mich!

Bis später also,

Eure Mary Reili XX

 

 

 

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