#AktuelleDebatte #Performance #Soziale Plastik #JederistkeinKünstler

Heute in Düsseldorf: Fisselregen. (Sagt man hier so). Vor einem Altersheim rutscht eine dicke Frau (ca. 25-30 Jahre) in einem grauen Trainingsanzug auf einem Plastikteller das Geländer runter. Sie tut das voller Ernst. Unten angekommen wirft sie triumphierend die Arme in die Luft, präsentiert kurz den Teller (ein gewöhnlicher Plastikteller, wahrscheinlich von Ikea) nimmt Anlauf nach oben und rutscht erneut. Die Szene wird von einem Mann, ebenfalls dick, ebenfalls grauer Trainingsanzug, gefilmt. Sicher ist ihr Treppenritt jetzt, wo ich es aufschreibe, schon irgendwo hier im Netz zu finden. Mich macht diese Performance im öffentlichen Raum mindestens eine halbe Stunde lang depressiv. Das war MEIN JOB, den die da ausgeübt haben. Mitten in Düsseldorf. Voller Ernst. Und ganz ohne Busch. Also ganz ohne ERNST BUSCH. Ohne Ausbildung. An einer Schauspielschule oder irgendwas vergleichbarem. Ich kann doch nicht in Konkurrenz zu sowas völlig Sinnlosem treten. Ich hab Kinder und so! Zum Glück fällts mir dann wieder ein: Ich muss ja garnicht mich selbst spielen, wie all die anderen Ichperformer da draussen. Ich spiel ja Rollen. Weltliteratur. Und Herzschmerzkino und all das. Mit Message und Bedeutung. Ach, naja. Irgendwie bin ich immernoch traurig. Keine Ahnung. Vielleicht sollte ich einfach n Plastikteller nehmen und mal das Geländer runter rutschen. Oder so. Was sagt ihr? To be? Or not to be?

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.