#Actorslife #Düsseldorf #ErmutigteundBeleidigte

Schon wieder so ne beschissene soziale Performance im öffentlichen Raum ausgehoben. Genauer: Im öffentlichen Raum Düsseldorf. Noch genauer: Auf einem öffentlichen Düsseldorfer Parkplatz. Ganz genau: Auf MEINEM Düsseldorfer Stammparkplatz. Auf dem ich immer parke, wenn ich mein Kind vom Kindergarten abhole und es SCHNELL gehen soll. Dann fahre ich Auto (sonst Fahrrad, klar) parke dort, springe in den Kindergarten rein und mit dem Kind zusammen wieder raus. Total problemlos soweit. Bis auf gestern. Da stand eine Meute selbsternannter Künstler da rum auf meinem Parkplatz. Sie hatten alles mit Absperrband abgesperrt, filmten mit ihren HANDY’S in der Gegend rum und winkten mich weiter. “ Fahren sie bitte weiter, wir DREHEN“. AHA. Und ich so: Äh, WAS denn“? Filmteam: „Geht sie nix an“. Ich wieder: „Also, ich muss aber da in den Kindergarten und mein Kind raus holen und ich hab es EILIG“. Filmteam:“ Fahren sie bitte in eine Parallelstraße. Sie dürfen dann später durch, wenn wir winken“. Ich so:“ NÖ“. In diesem Moment raste ein Auto (Leute, ich ERFINDE das nicht, es ist genau so passiert) also es raste um die Ecke, bremste scharf (direkt vor dem Kindergarten!), ein ungepflegter, zu fülliger Mann wuchtete sich raus, zerrte eine deutlich jüngere, zierliche Asiatin vom Beifahrersitz, schlug sie und sagte dann irgendeinen total schlechten Text auf. „SUPER“ brüllte einer der Studenten. Ein anderer brüllte: „Arschloch, die Szene geht doch noch weiter“. Und da bin ich ausgerastet. Kennt ihr das wenn man ausrastet, wenn es so richtig mit einem durch geht und man währenddessen  schon anfängt sich total über sich selbst zu wundern? Ich hab volle Kanne auf die Hupe gehauen, quasi durch gehupt und bin direkt in die schöne, abgesperrte Szenerie hinein gefahren, und erst mitten auf meinen Düsseldorfer Stammparkplatz zum stehen gekommen. Oh Gott, hat das gut getan. „Hey, wir sind von RTL“ hat’s Einer von denen noch versucht, aber tatsächlich haben sie sich dann ziemlich schnell verzogen. Sogar das Absperrband war weg, als ich aus dem Kindergarten wiederkam. Von wegen RTL. (Um die Asiatin bin ich immer noch besort. Sie sah so überrascht aus, als der Mann sie schlug. Übler Scheiß). Im Auto hab ich dann erstmal ein paar Atemübungen gemacht, bevor ich durch Blick in den Rückspiegel überprüfte, ob ich mich vielleicht, von mir selbst bislang ganz unbemerkt, in so eine durchgeknallte, Düsseldorfer Parkplatzerkämpferin verwandelt, und diesen zu was-weiss-ich ermutigten Studenten Unrecht getan habe. Aber ich sah aus wie immer. Bisschen rosiger als in den vergangenen Monaten vielleicht. Und deshalb bin ich zu dem Schluss gekommen: Ich würde es wieder tun.Ich würde jederzeit in jeder Düsseldorfer Seitenstrasse der Welt für die gute Sache zu kämpfen. Mit Hupe und allem. Für die Berufsehre. Aller echten Filmteams dieser Stadt. Falls es hier welche gibt. In Düsseldorf. #actorslife P.S. Ich muss ja bei sowas immer an Joseph Beuys denken. An seine Theorie von der sozialen Plastik. (Hier kurz die Wikidefinition: Die Theorie der „Sozialen Plastik“ besagt, jeder Mensch könne durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen und dadurch plastizierend auf die Gesellschaft einwirken). Ich sag mal: NAJA.

 

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