Ich werde vorerst nicht verzeihen.

Die Sonne scheint. Die Inzidenzen schmelzen. In der Wrigley Werbung rennen wir in dem Fall alle raus, in den Park, werfen uns einander an den Hals, umarmen Bäume, sind wieder glücklich, freuen uns: Juhuu! Vorbei! Tatsächlich erscheint mir die Welt gerade eher wie ein Tatort nach der Schneeschmelze. Den ganzen Winter hat ein Eisblock den Schauplatz bedeckt, jetzt hinterlässt er zermatschtes, braunes Gras, Schlamm, Geröll und Fundstücke eines Kampfes. Gegen das Virus! Auch Verletzte liegen da. Opfer. Verstorbene. Die Krisengewinnler (die es ja auch immer gibt) haben sich, mit ihrer Beute, zurückgezogen und lassen uns verstört zurück.

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Der unregelmäßige Taschenpodcast Folge 4

Foto @Dirk Ossig

Es gibt wieder was auf die Ohren, liebe Freud*innen! Taschenpodcast vier ist online. Darin öffnet eine Düsseldorfer Lehrerin ihre Tasche für euch und berichtet von ihrer Perspektive auf einen Winter vor dem Bildschirm, von ihrer Sorge um die gesunde Entwicklung einer Jungend in Dauer-Quarantäne, aber auch von ihrem Engagement als Theaterpädagogin und warum das Theater für „ihre“ Schüler gerade jetzt so besonders wichtig ist. Außerdem hat Sandra leider ihre Chance verpasst, die Welt vor Donald Trump zu retten. Sie ist einfach zu nett. Nur zu ihrer Tasche nicht. Die vernachlässigt sie. Bewusst! In der sidebar rechts findet ihr alle Folgen bei spotify. Einfach auf das Taschensymbol klicken und los hören. Ansonsten verlinke ich hier die neuste Folge bei podigee: https://taschenpodcast.podigee.io/

https://deref-gmx.net/mail/client/ethfiinVpb4/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F0eNBwNSHVdConOMYedcAa0%3Fsi%3D4e1I_we3TM-SqW24SM5I4w%26utm_source%3Dcopy-link
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Warum ich ein Flower-Power Junkie bin.

Dieses wunderschöne, expressive Kleid hat mir meine Freundin Marianna Deri geschenkt. Ich bin ein Glückspilz! Und sie ist eine tolle Designerin…

Ich hab mir Blümchen gekauft. (Ich kauf die selbst, brauch ich keinen Mann dazu) Natürlich weil es möglich ist. In NRW hatten die Blumenläden durchgehend geöffnet. Seitdem bin ich Junkie. In Berlin waren es die Buchläden, die in Betrieb geblieben sind. Ich stelle mir gerne vor, wie sie das im Kanzleramt ausgezockt haben. Die Minister und die Kanzlerin. „Gib NRW Blümchen, die Rheinländische Frohnatur braucht Farbe und intensiven Austausch mit dem Florist. Dann halten sie länger durch.“ „Die Berliner lassen sich nicht mit Tulpen ablenken, die wollen harte Drogen.“ „Gib ihnen ein Buch.“ Wetten, so lief das Gespräch?

Naja. Scherz beiseite. Wie geht es euch? Mir so lala. Ich beobachte mich. Interessiert. Alles beobachte ich. Und wenn ich keine Kinder hätte, muss ich sagen, ich hätte Spaß. Zeugin zu sein, wie eine Gesellschaft sich verändert, wie Masken fallen, wie einiges vor die Hunde geht dabei (das, was mir lieb und teuer ist) wie andere reich werden. Gleichzeitig. Leider habe ich keine Zeit, das Spektakel zu geniessen. Ich HABE Kinder und was man denen (nicht nur meinen, ALLEN Kindern) abverlangt, bringt mich um den Schlaf.

Im wahrsten Sinn des Wortes. Ich habe interessante Alpträume: Heute Nacht zum Beispiel hab ich mich im Schulgebäude rum getrieben. Es war die Schule meines kleinen Sohns. Ich wollte Freunde besuchen, die haben im Traum da drin gewohnt, aber das Gebäude war hermetisch abgeriegelt (Corona halt) und mit Lichtschranken gesichert. Ich hab eine übersehen, Alarm ausgelöst und dann ging eine groß angelegte Suche nach dem Einbrecher los. Der ich ja war. Hab ich aber im Traum nicht gesagt. Ich hab die Suche organisiert. (Zusammen mit der Schulleiterin). Ich habe Pläne des Schulgebäudes gezeichnet (auf eine Wand aus Glas, so Tatortstyle) Suchtrupps zusammen gestellt, ich war wahnsinnig engagiert auf der Suche nach mir selbst während ich versuchte, heimlich doch noch bei meinen Freunden rein zu schlüpfen. Hat natürlich nicht geklappt. Die Stimmung hat sich aufgeheizt, Mordpläne wurden geschmiedet, der Einbrecher war so gut wie tot. „Wir finden ihn!“ hab ich der Masse (den anderen Eltern?!) zugeschrien. „Jaaaa!“, haben die gebrüllt. Aus solchen Träumen wache ich gerädert auf um nicht erleichtert zu erkennen, dass ich jetzt wieder im realen Alptraum bin.

Auf FB schrieb Lore Brüggemann dazu:
„Vielleicht möchte das Gehirn einen mit Albträumen einfach abhärten, so daß man nach einer Albtraumnacht froh und glücklich in den dann doch nicht ganz so schlimmen Corona-Albtraum zurückkehrt.“ Ich glaube, es ist so eine Art Trainigslager. Das Gehirn stählt mich im Schlaf, damit ich tags im Kathastrophenmodus weiter machen kann.

„Versuche das Positive dran zu sehen!“ rät ein anderer Freund. (Natürlich auf Instagram) „Nein.“, hab ich ihm geantwortet, „ich versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Das ist was anderes.“ Ich halte nichts davon, sich Dinge schön zu reden. Ich bin gegen Duldsamkeit. Und Selbstoptimierung. Ich lehne es ab, mich auf diese Weise freundlich lächelnd einem System anzupassen, in dem ich ausgebeutet werde.

Ich teile lieber hier mit euch, wie es mir wirklich geht. Wie anstrengend mein Coron-Alltag ist. Seit mein Kleiner keine Schule mehr hat. Und ich ihn (abwechselnd mit meinem Mann) unterrichten muss. (Unsere Schulleitung hat eigene Schutzmaßnahmen definiert. Sie drittelt die KLassen. Mein Sohn hat vier Schulstunden in der Woche. die sind nur organisatorischer Mehraufwand. Sonst nix.) Seit wir vier ununterbrochen hier in unserer Wohnung sind. Seit ich versuche, die Einsamkeit meines großen Sohnes abzufangen. Wie weh mir das tut, ihn vom Gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu sehen. (Zu Beginn der Pandemie hatte man den Jungen gesagt, sie sollten aus Solidarität mit den Alten zu Hause bleiben. Weil man die nicht ausschliessen darf. Meine Kinder hat man ausgeschlossen. Tja.).

Aber ich will das Fass nicht aufmachen. Keine Meinungsschlachten hier! Dafür ist FB da. Da kann man prima mitmachen, wenn man sich ein bisschen prügeln will. (Will ich, ab und zu) Man kann ja Postings privat einstellen. Und Kommentare löschen. Auch die eigenen. Um sein Image wieder aufzumöbeln, gibt es Instagram. Da posten alle einfach weiter ihren Angebercontent, als wäre nix passiert. Guckt mal, wie (erfolg)-reich ich bin! Schaut mal, wie schön! Ich poste da jetzt Blümchen. Aus Protest. Naja. Und das wären dann auch MEINE Tipps, wie man das Beste aus der Situation raus schlagen kann: Kauft Blumen!

Teilt Blumenbilder auf Instagram! Weil es so schön und auch so sinnlos ist. (Verlinkt meine Kolumne. Dann weiss ich, dass es euch ähnlich geht. Und fühle mich weniger allein.) Und trefft eure Freundinnen auf ein Bier im Park. (Mache ich nachher.) Frauensolidarität gehört zu den ganz großen Geschenken, dieser Zeit. Die gab es zwar immer schon, denke ich, aber das gehört ja zu den Krisenzeiten, dass Dinge sichtbar werden. In diesem Sinne! Schönen Frauentag! Wie gut, dass ihr da seid. Ihr, und die anderen. (Die mit den… ihr wisst schon!) XX Mary Reili

Das Kleid vom Foto oben könnt ihr nachkaufen. Bei Marianna Deri

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RP Kolumne

Mareile Blendl, tut so, als ob sie an einer Hotelbar sitzend, ihre eigene Kolumne liest. Wie schön wär das! Credit: @DirkOssig

Meine 12. RP Kolumne ist online. Wenn man die Kolumnen hintereinander weg liest, erzählen sie wirklich viel darüber, wie sich die letzten zwölf Monate (Ich wollte schon JAHRE schreiben und das sagt eigentlich schon alles) entwickelt haben. Wer rechts in der Sidebar „RP Kolumne“ eingibt, kann sie nacheinander lesen. Ich habe nicht alle online gestellt, aber doch genug. Die Aktuelle, handelt vom Schulstart:

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Der unregelmäßige Taschenpodcast – Verlosung!

Mareile Blendl trägt eine Handtasche von Chloé, die ursprüngliche eine Requisite aus dem Film „All i never wanted“ war.

Es gibt wieder was auf die Ohren für euch! Die dritte Folge vom Taschenpodcast ist online. Ich habe mit Salome Baltus über ihren Beruf gesprochen. Ich war ziemlich aufgeregt, denn Salome arbeitet als Prostituierte, oder Sich-Prostituierende, wie es ihrer Meinung nach viel passender heißen sollte. Beim Nachhören war ich von meiner eigenen Prüderie erstaunt. Ist mir gar nicht so leicht gefallen, ganz ungezwungen über Sex zu sprechen… Noch dazu mit einer „Professionellen“. Irgendwie fühlte ich mich da als Laiendarstellerin. Um so aufschlussreicher war das Gespräch!

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Der Weihnachtsschatten. Ein emotionales Phänomen.

Foto @Dirk Ossig

Oh Tannenbaum. Vor Schrankwand. Vor Bücherregal, neben Fernseher im Wohnzimmereck, Oh Tanne an Tischkante, Tanne in Wintergarten, Tanne auf Tisch, leuchtend in jedem Fall, mal dezent geschmückt, sogar pur, dann wieder mit funkelnden Klunkern behängt, die grünen Blätter auch zur Winterzeit so-ho grün, wenn auch gebogen unter der Lametta-Last… Wenn ein Ausserirdischer in den letzten Tagen zufällig durch meine timeline gescrollt wäre, oder ein Zeitreisender, er müsste annehmen, wir huldigen hier der Natur,

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Der unregelmäßige Taschenpodcast

Mareile Blendl trägt eine Handtasche von Chloé, die ursprüngliche eine Requisite aus dem Film „All i never wanted“ war.

„Online es ist. Gut es ist, dass es nun online ist. Eine Menge Arbeit hinter dir liegt. Weil du keinerlei technische Begabung hast. Oder Erfahrung als Moderatorin. Nur Neugier. Die Neugier wird mit dir sein.“ War sie! So viel steht fest. In diesem Sinne freue ich mich, euch nun einladen zu können: MAREILES UNREGELMÄßIGES HANDTASCHENPODCAST ist online! Auf spotify, audible und podigee. Klickt auf das Taschenbild in der sidebar rechts. (Gleich unter meinem runden Portraitfoto und der explodierten Sprechblase, in der „Kolume“ steht) Hört es euch an! Mein Podcast über die Frauen und das was sie so mit sich herum schleppen. In ihren Handtaschen und Bags.

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Good news!


Mareile Blendl liest die ICE Lektionen (Literatur Quickie Verlag 2020)

Meine lieben, lieben Leser. Things are changing. They always do. And so they do on maryreiliblog! Mein virtuelles Logbuch hier, hat sich nämlich in der Realität manifestiert. Und einige der Texte, die ich in den letzten (drei!) Jahren hier veröffentlicht habe, gibt es nun als Buch. (Rechts in der sidebar findet ihr den link zum Literatur Quickie Verlag, wo ihr es bestellen könnt. Oder ihr kauft es einfach direkt beim Buchhändler eures Vertrauens.) Die ICE Lektionen! Eine kleine, feine Zusammenstellung meiner Kolumnen rund um das poetische Reisen mit dem Zug.

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Elternkolumne RP

Mareile Blendl, tut so, als ob sie an einer Hotelbar sitzend, ihre eigene Kolumne liest. Credit: @DirkOssig

Wir feiern dieses Jahr drei Halloween-Partys. Damit sich nur Kinder begegnen, die eh‘ täglich Kontakt haben. Eine kleine Party für die Kindergartenfreunde, eine winzige, für die neuen Klassenkameraden und eine für die Freundin, die zu keiner der Gruppen gehört. Wir feiern draußen, damit die Ansteckungsgefahr gering gehalten wird. Bevor unsere grauenhaften Gäste sich am Horror-Buffet bedienen, müssen sie die Monsterpfötchen waschen. Wir passen auf.

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Wir fordern Solidarität

Foto@DirkOssig Haare@SalonMooquieMarblesDüsseldorf

Gestern war ich beim Frisuer. Als ich den Termin ausgemacht habe, dachte ich: „Schnell noch Haare schneiden, bevor die wieder dicht machen“, aber dann kam es anders und die Frisuere bleiben auf. Vorerst. Ich hab trotzdem recht kurz schneiden lassen, damit ich im Zweifel frisurmäßig gut durch den Winter komme.

Am Haar wird es also nicht liegen, wenn es wieder bitter wird. Wir waren nur zwei Kundinnen im Salon, mehr dürfen derzeit nicht. Ich kam mir trotzdem sehr verwegen vor. Die Friseurin trug eine selbstgenähte Stoffmaske. Den Sommer über haben mich frisch getestete Maskenbildnerinnen befummelt, die über ihre Standart-Maske eine FFP2 Maske gestülpt hatten. Weil Schauspieler ja keine tragen können, während sie geschminkt werden. Zur Sicherheit.

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